Das völlige Versagen der EU-Bonzen in der Krise

Foto: European Parliament / Wikimedia / CC BY 2.0

Das völlige Versagen der EU-Bonzen in der Krise

Impf-Desaster der EUNun, da das Impf-Versagen der EU nicht mehr zu leugnen ist, beginnt die Suche nach den Schuldigen. In Brüssel regieren selbstgefäl

Impf-Desaster der EU

Nun, da das Impf-Versagen der EU nicht mehr zu leugnen ist, beginnt die Suche nach den Schuldigen. In Brüssel regieren selbstgefällige Taugenichtse, die der Krise nicht gewachsen sind, schreibt Dominik Sandbrook in der »Daily Mail«.

Für Politiker auf der ganzen Welt haben die letzten 12 Monate Herausforderungen mit sich gebracht, die sich nur wenige hätten vorstellen können. Und natürlich hat jede Regierung Fehler gemacht. Aber für Einige, die wild entschlossen sind, nur die Fehler Großbritanniens ins Rampenlicht zu stellen, gab es immer eine Lichtgestalt der Ehrlichkeit und Kompetenz – die Europäische Union. Immer wieder bestanden sie darauf, dass Frankreich, Deutschland und ihre EU-Partnerländer Großbritannien in den Schatten stellen würden.

Britische Politiker hätten Scheuklappen auf, seien inkompetent und korrupt. Die EU-Elite war dagegen ein Paradebeispiel für klares Denken und klare Worte. Glaubt das nach den letzten Tagen noch jemand ernsthaft?

Die Suche nach den Sündenbock


Das heillose EU-Impfstoffchaos ist gut dokumentiert, von dem Versäumnis, rechtzeitig einen Vertrag zu unterzeichnen und die Versorgung zu sichern, bis zu den verlogenen Versuchen, ­dem britisch-schwedischen Pharmaunternehmen AstraZeneca die Schuld zu geben, und dem hanebüchenen Versuch, plötzlich die irisch-britische Grenze zu schließen.

Ich will nicht nochmal alle katastrophalen Details aufdröseln. Was jedoch schockiert hat, ist, dass sich die Brüsseler Elite nicht etwa entschuldigt, sondern ihre Fehler und Ausflüchte noch bestärkt hat.

Nachdem sie sich ein Loch gegraben haben, graben sie jetzt immer weiter. In den letzten Tagen haben sich die Beispiele angehäuft – und wie durch ein Wunder wird dabei Großbritannien immer die Rolle des Bösewichts zuteil.

Beginnen wir ganz oben: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurde gestern heftig kritisiert, weil sie im Umgang mit der Pandemie versagt habe, bestand aber darauf, nichts falsch gemacht zu haben.

Nicht die EU sei zu langsam gewesen, so von der Leyen, sondern Großbritannien  sei zu schnell gewesen und hätte die notwendigen „Sicherheits- und Wirksamkeitstests“ ignoriert, bevor die Impfstoffe zugelassen wurden. Stimmt das?

In einem Wort: Nein. Kein einziger seriöser Wissenschaftler stützt diese abstruse Behauptung. Großbritannien hat keine Abstriche gemacht. Auch andere Länder wie Israel preschten nicht etwa ohne Tests mit dem Impfen vor. Und wie wir wissen, ist der Oxford / AstraZeneca-Impfstoff nach den verfügbaren Erkenntnissen so sicher wie irgend möglich.

Um es ganz klar zu sagen: Frau von der Leyen hat entweder absichtlich gelogen, oder sie war völlig falsch informiert.

Frau von der Leyen ist keine seriöse Politikerin


Trotz ihres pompösen Titels ist Frau von der Leyen keine seriöse Politikerin. Die meisten deutschen Beobachter sehen sie als Serienversagerin an, dessen Amtszeit als Verteidigungsministerin durch ihre Unfähigkeit, eine ordnungsgemäße Flugzeugbeschaffung zu arrangieren, beschädigt wurde. Sie wurde als Angela Merkels Handlanger EU- Kommissionspräsidentin, eine willfährige Marionette, die ihrer Gebieterin nach der Pfeife tanzt. Wenn Frau Merkel gewusst hätte, was auf sie zukommen würde, hätte sie vielleicht eine bessere Wahl getroffen.

Es ist in der Tat bezeichnend, dass die deutsche Bundeskanzlerin nun begonnen hat, Impfstoffe außerhalb des EU-Systems zu besorgen, darunter 27 Millionen Dosen der US-amerikanischen Firma Moderna, sehr zur Verärgerung ihrer EU-Partner. Es wird inzwischen sogar gefordert, dass Deutschland Ungarns Beispiel folgt und den russischen oder chinesischen Impfstoff bestellt.

Frau Merkel ist nicht dumm. Sie weiß, dass der EU-Prozess katastrophal gescheitert ist. Warum sollte sie ihre letzten Monate im Amt durch ein völlig vermeidbares Versagen bei der Impfung ihres Volkes ruiniert sehen wollen? Während sie noch den gesunden Menschenverstand besaß, ihren Mund zu halten, verhielten sich andere europäische Führer ganz anders – unter ihnen der französische Präsident Emmanuel Macron, die selbsternannte „Geißel der Briten“.

Herr Macron behauptete letzte Woche unverzeihlicherweise, der AstraZeneca-Impfstoff sei für Menschen über 65 „quasi unwirksam“. Er bot dafür keinerlei Beweis – was kein Wunder war, weil auch es keinen gibt.

Seine Motive waren allzu offensichtlich. Verzweifelt über das völlige Versagen seines eigenen Sanofi-Impfstoffs, gedemütigt durch die erbärmliche Unzulänglichkeit seiner Impfpolitik, fiel diesem Pantoffel-Bonaparte in seinem Umfrage-Keller nichts besseres ein, als den erfolgreichen angelsächsischen Impfstoff zu verunglimpfen.

Leider hat auch Herr Macron gelogen. Der Impfstoff wirkt sehr wohl bei über 65-Jährigen, was auch immer dieser Pariser Pinocchio behaupten mag. Und doch hat sein Komplize, Frankreichs Europaminister Clement Beaune, am Montag seine unbegründeten Anschuldigungen wiederholt.

Die Briten, keifte er, »gehen mit der Impfkampagne viele Risiken ein«, um ihre »äußerst schwierige Gesundheitssituation« zu kompensieren. Welche Risiken? Kann Herr Beaune einen einzigen Wissenschaftler nennen, der ihm zustimmt? Natürlich nicht. Man halte sich einen Moment lang vor Augen, wie erbärmlich das alles ist. Der französische Präsident und seine Verbündeten lügen absichtlich über den Impfstoff, um ihre Umfragewerte hochzuhalten, während jeden Tag Menschen sterben.

Die EU, die EU, die hat immer Recht


Wer hätte geglaubt, dass europäische Beamte und Politiker »die weltweit wichtigste Desinformations-Quelle über die Pandemie« werden würden, wie der frühere portugiesische Politiker Bruno Macaes gestern bemerkte?

Das einzige, was diesen Leuten wichtig zu sein scheint, ist, ihr eigenes Versagen zu kaschieren und den Erfolg Großbritanniens in Abrede zu stellen. Die EU hat für diese Leute immer recht, Großbritannien hat immer Unrecht.

Das schockierendste Beispiel kam von einem anderen EU-Apparatschik, Martin Selmayr, dem Kofferträger des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Laut Selmayr sei es unfair, die EU wegen ihres Impfversagens zu kritisieren, schließlich seien »in Afrika nur 20.000 Menschen geimpft«, sagte er, vor Arroganz nur so triefend.

Wo soll man da anfangen? Ist Afrika – der ärmste Kontinent der Welt – wirklich der Maßstab für die EU, und nicht etwa Großbritannien oder die USA?

Die Tragödie an all dem ist natürlich, dass es hier um echtes menschliches Leid geht. Kein Land hat die Pandemie perfekt gemeistert. Aber wie Herr Macaes schrieb, werden die Inkompetenz der EU und die Verlogenheit von Herrn Macron und seinen Kumpanen »sehr hohe Kosten für Leben, Prestige und weitere wirtschaftliche Verluste« verursachen.

Ich denke, es geht hier um ein tieferliegendes Problem. Das Impfversagen der EU hat alle großen Schwächen dieser Institution aufgedeckt. Die Kommission ist zu langsam und schwerfällig. Seine Führungspersönlichkeiten sind selbstgefällige Taugenichtse, die nicht in der Lage sind, entschlossen oder einfallsreich zu denken.

Unfehlbarer Versagerverein


Der gesamte EU-Apparat beruht auf der Fiktion hochtrabender, rührseliger »europäischer Solidarität«. Wenn es hart auf hart kommt, schauen die meisten Menschen jedoch zu ihrer eigenen nationalen Regierung, nicht nach Brüssel. Den allermeisten EU-Bürgern sind ihre »europäischen Nachbarn«, die hunderte oder tausende von Kilometern weit weg sind, herzlich egal.

Aber für einige Beobachter ist dieser Versagerverein immer noch unfehlbar. Mit komödiantisch schlechtem Timing wählte ein Guardian-Kolumnist ausgerechnet den gestrigen Tag, um eine weitere Tirade gegen die Torheiten des Brexit zu veröffentlichen.

Unter dem hochwohlgeborenen Klüngel der Brexit-Gegner – die „Rejoiners“, wie sie sich jetzt nennen – wird nichts den wahren Glauben erschüttern. Die EU ist wunderbar, Boris ist böse, und das ist alles, was man wissen muss.

Als ehemaliger – aber zunehmend verschämter – Brexit-Gegner kann sogar ich sehen, dass etwas faul im Staate Brüssel ist. Und wenn ich noch EU-Bürger wäre, würde ich vor Wut über die Inkompetenz und Verlogenheit meiner Anführer platzen.

Fragen Sie sich doch: Wo würden Sie morgen lieber aufwachen? Im Brexit-Großbritannien, wo bereits mehr als zehn Millionen Impfdosen verabreicht wurden, mit millionenfachem Nachschub unterwegs? Oder in Frankreich, bei den größten Jubelpersern der EU, wo erst knapp 1,5 Millionen Impfungen verabreicht wurden, die Vorräte knapp werden und kaum die Hälfte der Bevölkerung überhaupt geimpft werden will?

Ich kenne die Antwort. Und Sie auch, wette ich.

Dieser Beitrag von Dominik Sandbrook erschien zuerst in der „Daily Mail