Firmen wollen nach der Krise nicht mehr Homeoffice ermöglichen als davor

Symbolbild: Homeoffice | Foto: iStock

Firmen wollen nach der Krise nicht mehr Homeoffice ermöglichen als davor

Laut einer Umfrage haben zwei Drittel der Firmen nicht vor, ihren Beschäftigten nach der Corona-Krise mehr Homeoffice als vor der Krise zu ermöglichen

Laut einer Umfrage haben zwei Drittel der Firmen nicht vor, ihren Beschäftigten nach der Corona-Krise mehr Homeoffice als vor der Krise zu ermöglichen. Das Gros der Mitarbeiter solle wieder in die Büros zurückkehren.

Derzeit arbeiten viele Beschäftigte 20 Stunden oder mehr am Schreibtisch zuhause – nach dem Willen der Arbeitgeber soll das aber nicht so bleiben. Laut einer am Freitag (5. Februar) veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 1200 Firmen haben zwei Drittel nicht vor, ihren Beschäftigten nach der Corona-Krise mehr Homeoffice als vor der Krise zu ermöglichen. Das Gros der Mitarbeiter solle wieder in die Büros zurückkehren.

Für den Büromarkt – Gegenstand der IW-Untersuchung – heißt das, dass nur 6,4 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten ihre Bürofläche reduzieren wollen. Noch am ehesten wollen demnach große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sowie Kanzleien, Beratungen und Wirtschaftsprüfer Flächen verringern. Doch auch hier sind es laut IW weniger als zehn Prozent der befragten Firmen.

Anstatt Flächen loszuwerden, wollen der Umfrage zufolge knapp 17 Prozent der befragten Firmen ihre Büros umbauen. Sie wollten etwa Gruppenbüros auflösen oder mehr Platz für Kommunikation und Austausch schaffen, erläuterte das IW. Vor allem größere Unternehmen haben für den Umbau demnach schon konkrete Pläne.

Das Verbändebündnis „Soziales Wohnen“ dagegen setzt auf mehr Homeoffice. Durch eine wachsende Akzeptanz vom Homeoffice könnten freiwerdende Büros jetzt – gefördert durch ein staatliches Sonderprogramm – zu Wohnungen umgebaut werden, erklärte das Bündnis am Freitag. Es stellte eine Studie des schleswig-holsteinischen Bauforschungsinstituts Arge vor, das bis 2025 ein Potenzial von 235.000 „Ex-Büro-Wohnungen“ berechnete.

Der Büroumbau zur Wohnung kostet demnach im Schnitt „gerade einmal 1108 Euro pro Quadratmeter“. Büro- und Verwaltungsgebäude brächten bereits das Tragwerk sowie teils hohe Standards etwa beim Brandschutz mit. Bei der Vollmodernisierung eines Altbaus fallen demnach – zum Vergleich – 2214 Euro pro Quadratmeter Kosten an, beim Neubau seien es sogar 2978 Euro.

In Deutschland gibt es laut Arge mehr als 350 Millionen Quadratmeter Bürofläche. „Jedes Prozent Bürofläche, das durch Dauer-Homeoffice zu Wohnungen umgenutzt werden kann, macht die Schaffung von rund 50.000 Wohnungen zu je 70 Quadratmetern möglich“, rechnete Arge-Chef Dietmar Walberg vor.

(afp)