Opioid-Krise: McKinsey zahlt 573 Millionen Dollar, um Zivilklagen abzuwehren

Pill Man, ein Skelett aus Frank Huntleys Oxycontin- und Methadon-Rezeptflaschen, ist auf der Pennsylvania Avenue vor dem Weißen Haus zu sehen, 30. August 2019, in Washington, DC. | Foto: Brendan Smialowski / AFP

Opioid-Krise: McKinsey zahlt 573 Millionen Dollar, um Zivilklagen abzuwehren

Im Skandal um die massenhafte Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel in den USA hat das Beratungsunternehmen McKinsey nach Behördenangaben in eine

Im Skandal um die massenhafte Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel in den USA hat das Beratungsunternehmen McKinsey nach Behördenangaben in einen millionenschweren Vergleich eingewilligt. Wie die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York, Letitia James, am Donnerstag mitteilte, zahlt McKinsey 573 Millionen Dollar (476 Millionen Euro) an die US-Behörden, um mögliche Zivilklagen abzuwenden.

Den Vergleich erzielte McKinsey den Berichten zufolge mit den Generalstaatsanwälten von 47 US-Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington.

„Wir versuchen, McKinsey für seine Rolle bei der kalten Zerstörung so vieler Leben durch Opioid-Überverschreibung und -abhängigkeit zur Rechenschaft zu ziehen“, sagt Tom Haine, Staatsanwalt von Madison County (Illinois). „McKinsey entwarf und implementierte die Strategien, die zu einer ‚Turboladung‘ von Opioid-Verschreibungen auch auf dem Höhepunkt der Opioid-Epidemie führten. Jetzt muss McKinsey zahlen.“

Das Unternehmen hatte unter anderem den US-Pharmakonzern Purdue Pharma beraten, der vor Gericht Gesetzesverstöße bei Produktion und Vertrieb seines Medikaments Oxycontin eingeräumt hatte. Purdue Pharma hatte sich zwar im Pktober 2020 in drei Punkten des Betrugs und des Verstoßes gegen Regeln gegen Schmiergeldzahlungen im Gesundheitssektor schuldig bekannt und verpflichtet, rund 8.3 Milliarden Dollar zu zahlen. Durch die Insolvenz des Unternehmens ist unklar, ob die Mittel überhaupt gezahlt werden könnten.

Laut „New York Times“ zeigte sich in zahlreichen Dokumenten, wie McKinsey-Berater den Verkauf des Purdue-Schmerzmittels Oxycontin in den USA vorwärtsgetrieben hatte. Ein Fehlverhalten räumte die Unternehmensberatung nicht ein. Demnächst soll die Beratung von Firmen, die Suchtmittel herstellen, allerdings beschränkt werden.

Viele Experten führen die Opioid-Krise in den USA auf die übermäßige Verschreibung von Schmerzmitteln wie Oxycontin zurück, die bis Mitte der 90er Jahre noch der Behandlung von Schwerstkranken vorbehalten waren. Den Herstellern sowie US-Apotheken wird vorgeworfen, die bei längerer Anwendung süchtig machenden Mittel aggressiv beworben und auf Warnzeichen der Suchtkrise nicht reagiert zu haben.

Seit Ende der 1990er Jahren sind in den USA mehr als 450.000 Menschen an den Folgen einer Opioid-Überdosis gestorben. Das umfasst verschriebene Schmerzmittel wie auch illegale Drogen wie Heroin. (afp/ks)